Kulturinitiative Gmünd
EINUNDZWANZIG JAHRE NACHHLTIGE KULTURARBEIT
Wir bedanken uns bei unseren Hauptsponsoren:

Europäischer Landwirtschaftsfonds
Kärnten
Lebensministerium
DIE KULTURINITIATIVE GMÜND IN KÄRNTEN
Mit ihrem umfangreichen Ganzjahreskulturprogramm hat sich die Stadt Gmünd in den letzten Jahren im ganzen Land als Künstlerstadt einen Namen gemacht. Gmünd ist zu einem überaus lebendigen Kulturzentrum in der gesamten Region geworden.
Ausstellungen und Galerien, Internationale Gastateliers für bildende Künstler, Kunsthandwerker und Literaten, Musikalisches zwischen Traditionellem, Klassik und Modernem, der kontinuierliche Ausbau der angebotenen Kunstseminare zur Sommerakademie Gmünd, Malwerkstätte, Literaturveranstaltungen, Kunsthandwerk, Kabarett und Theater auf der Alten Burg, all das hat dazu beigetragen, dass sich Gmünd heute, durch eine „gesunde“ Mischung aus sensiblem Umgang mit seinem kulturellen Erbe und der Auseinandersetzung mit Neuem immer mehr Freunde schaffen kann, die auch außerhalb der Hauptsaison gerne die Stadt besuchen. Mit viel persönlichem und idealistischem Einsatz unserer aktiven Vereinsmitglieder und mit öffentlicher und privater Unterstützung ist es gelungen, mit relativ geringem finanziellem Aufwand ein Maximum an Kulturarbeit in Oberkärnten zu leisten und Gmünd zu einem bekannten Kulturzentrum zu entwickeln. Die Künstlerstadt Gmünd gilt heute in Österreich als ein Musterbeispiel regionaler Stadtentwicklung durch kulturelles Engagement!
ENTWICKLUNG
Im Jahr 1990 wurde die Kulturinitiative Gmünd in Kärnten in Zusammenhang mit einem Orts- und Regionalentwicklungskonzept mit der Zielsetzung gegründet, der kleinen, in ihrer mittelalterlichen Struktur hervorragend erhaltenen Stadt am Zusammenfluss von Lieser und Malta, mit Hilfe von Bildungs- Kultur- und Kunstprogrammen neue Impulse zu verleihen, „neues“ Leben durch die Erhaltung und Sanierung wertvoller Bausubstanz in die Stadt zu bringen und so der Entvölkerung des städtischen Kerns erfolgreich entgegenzuwirken. Von Beginn an war die Arbeit der Kulturinitiative nicht alleine auf die Organisation von Kulturveranstaltungen gerichtet. Die Belebung des Ortes als Konzept stand und steht nach wie vor im Vordergrund, also die Bemühung, leer stehende Häuser mit Kunst- und Kulturprogrammen zu füllen.
Voraussetzung und Grundlage für die nunmehr zwanzigjährige Entwicklung der kleinen mittelalterlichen Stadt Gmünd zur Künstlerstadt waren und sind:
- eine vielfältige Nutzung der kleinen historischen Altstadt mit ihrem besonderen Flair und Ambiente. Herauszustreichen ist die bisher erfolgreiche Adaptierung historischer Gebäude in der Altstadt zu Orten der Kunst wie zum Beispiel:
der Stadtturm für internationale Ausstellungen
das Internationale Gastatelier im Maltator, welches pro Jahr vier Künstlern aus aller Welt die Möglichkeit einräumt, bis zu drei Monate als Gastkünstler in Gmünd zu leben und zu arbeiten
die Galerie Gmünd, in der junge Kunst mit vielfältigsten Positionen präsentiert wird
die Malwerkstätte Gmünd, die besondere Kunsterlebnisse für Kinder und Jugendliche bietet
das Kunst- & Handwerkshaus mit seinen Ateliers und offenen Werkstätten
die Alte Burg der Stadt Gmünd, als Ort für zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen sowie Kurse und Seminare
- vor Ort ansässige bildende Künstler
- ein vielfältiges Programm an Ausstellungen, Aktivangeboten, Veranstaltungen, unter besonderer Berücksichtigung der bildenden Kunst
- ein stetig wachsendes Kontakt- und Kooperationsnetz zu österreichischen und internationalen Kulturschaffenden, welches die alljährliche Umsetzung eines besonderen Ausstellungsangebotes ermöglicht.
- Eine professionelle Planungs- und Umsetzungsbasis mit dem Kulturbüro der Kulturinitiative Gmünd mit langjähriger Erfahrung sowie einer Vielzahl an engagierten ehrenamtlichen MitarbeiterInnen.
Kunst- und Kulturarbeit sollten zunächst vor allem für die einheimische Bevölkerung bestimmt sein. Die relativ hohe Zahl an aktiven Mitgliedern und das Mittragen der „Künstlerstadtidee“ durch die Stadtgemeinde ermöglichten es der Kulturinitiative jedoch bald, mit ihrem Kulturprogramm die Gemeindegrenzen zu sprengen und Publikum aus ganz Oberkärnten in die „KULTUR- UND KÜNSTLERSTADT GMÜND“ zu locken. Kontinuierlich hat sich in den letzten Jahren das Kulturangebot qualitativ verbessert und erweitert, im selben Maß haben sich auch die Besucherzahlen erhöht. Mittlerweile sind wir der größte Kulturanbieter in Oberkärnten. Die regelmäßigen Programmaussendungen erreichen 1.800 Haushalte in Kärnten, unser Kulturkalender (erscheint wieder Anfang März) geht zusätzlich per Postwurf an alle Haushalte der Region Lieser-/Maltatal. Unsere Arbeit schafft keine Eventkultur und ist nicht auf kurzfristige Erfolge ausgerichtet.
Grundlage des Projektes war und ist von Beginn an die Vorstellung, dass Bildung, Kultur und Kunst wesentliche Qualitätsfaktoren des menschlichen Lebens darstellen. Diese Gesellschaftsbereiche tragen nicht nur zur Steigerung des individuellen körperlich-seelischen Wohlbefindens, sondern gleichermaßen zur Förderung regionaler Identität entscheidend bei. Die spürbare Freude, in einem solcherart lebendigen Ort zu leben, ist uns Bestätigung dafür, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.
INFRASTRUKTUR
Eine kontinuierliche Verbesserung der Infrastruktur der von der Kultur genutzten Einrichtungen in der Künstlerstadt war und ist uns ein großes Anliegen. Im Rahmen der Erlebnisreise WasserKraft haben Land und Gemeinde Mittel zu einigen wichtigen Infrastrukturverbesserungen zur Verfügung gestellt, die der gesamten Künstlerstadt zu Gute gekommen sind: Die Lodronsche Reitschule als vielfach genutztes Veranstaltungszentrum steht allen Kulturveranstaltern der Stadt zur Verfügung und soll auch den Seminartourismus in Gang bringen. Weiterhin sind wir bestrebt, leer stehende Gebäude in der Altstadt für Kunst und Kultur zu nutzen und damit eine nachhaltige Stadtentwicklung durch kulturelles Engagement fortzusetzen. Entwickelt wurde von uns ein Konzept eines ständigen Künstlerateliers unserer Freundschaftsstadt Osnabrück in der Künstlerstadt Gmünd, das es der Friedensstadt Osnabrück ermöglichen soll, Künstlern aus ihren 12 Partnerstädten weltweit ein ständiges Gastatelier in der Künstlerstadt Gmünd anzubieten, vor Ort betrieben und betreut von der Kulturinitiative Gmünd. Ein zweites Projekt in diesem Zusammenhang bezieht sich auf ein gemeinsam mit der Abt. 20 der Kärntner Landesregierung erarbeitetes Modell, historisch wertvolles, baukulturelles Erbe in unserer Region zu erhalten und wiederzubeleben. Mit dem Projekt „Cultural Heritage“ könnte die Künstlerstadt Gmünd eine weitere Belebung der Altstadt erfahren. Über ein INTERREG-Projekt sollen Hauseigentümer einen finanziellen Anreiz und Unterstützung erhalten, leerstehende Gebäude oder einzelne Stockwerke zu sanieren und kulturellen und kulturtouristischen Zwecken zuzuführen. Die Kulturinitiative Gmünd hat in diesem Zusammenhang mit der Fachhochschule Kärnten das Projekt „Ein Pixelhotel für Gmünd“ entwickelt, bei dem es um neue, architektonisch wertvolle Vorschläge zur Revitalisierung eines leerstehenden Gebäudes am Hauptplatz geht. Das Buch mit 20 spannenden Vorschlägen von Studierenden der FH Kärnten, Fachabteilung Architektur, erscheint in wenigen Wochen.
Besonders erfreulich ist es, dass aufgrund der kulturellen Entwicklung der Stadt nun auch immer mehr Gmündner bereit sind, ihr Haus in der Altstadt zu sanieren und teilweise der Kunst und Kultur zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise sind in den vergangenen drei Jahren die Fotogalerie und die Altstadtgalerie Gmünd hinzugekommen, die eine weitere Belebung der Stadt mit sich bringen.
WIE ARBEITET DIE KULTURINITIATIVE GMÜND?
Die Kulturinitiative Gmünd ist als gemeinnütziger Kulturverein mit aktivem Vorstand und Obfrau an der Spitze organisiert. Der Verein hat zurzeit rund 250 fördernde Mitglieder. Ca. zehn aktive, ehrenamtliche Mitglieder kümmern sich seit Jahren mit großem persönlichen Einsatz um den reibungslosen Ablauf der zahlreichen Kulturveranstaltungen. Hauptverantwortlich für die Arbeit der Kulturinitiative ist seit 1996 eine vom Verein beschäftigte Geschäftsführerin, die mit der konzeptiven Arbeit, der Finanzierung, Organisation und Abwicklung kultureller Aktivitäten sowie der Marketingmaßnahmen hauptberuflich betraut ist. Ihr ist eine administrative Hilfskraft zur Seite gestellt. Arbeitsplatz ist ein von der Stadtgemeinde im Gemeindeamt zur Verfügung gestelltes „Kulturbüro“, das als Anlaufstelle für alle kulturellen Aktivitäten der Stadt fungiert. Diese Einrichtung hat sich bewährt und zu einer engeren Zusammenarbeit aller an der kulturellen Entwicklung von Gmünd Interessierten und dafür Verantwortlichen geführt. Professionelle Kulturarbeit und engagierte Kulturvermarktung des Vereins haben die Stadt über Österreichs Grenzen hinaus als lebendige Künstlerstadt mit einem ungemein vielfältigen Kulturangebot bekannt gemacht.
ANERKENNUNG
Die stetige Arbeit der Kulturinitiative Gmünd hat mittlerweile vielfach Anerkennung erfahren:
1998 Anerkennungspreis der Kunstsektion im Bundeskanzleramt an die Kulturinitiative Gmünd für „engagierte und innovative Kulturvermittlungsarbeit“.
1999 Mit dem Projekt „Kultur-& Künstlerstadt Gmünd“ gewinnt Gmünd 1999 unter 40 Mitbewerbern den ersten Preis im landesweit ausgeschriebenen Wettbewerb um die Lebenswerteste Gemeinde Kärntens und hat damit die Ernsthaftigkeit ihrer Kulturarbeit unter Beweis gestellt.
2000 Die Stadt Gmünd erhält den Europäischen Dorferneuerungspreis 2000 für ein überzeugendes, die verschiedensten Lebens- und Wirtschaftsbereiche prägendes Kunst- und Kulturkonzept von hoher Qualität zuerkannt.
2001 Der in Gmünd lebende Bildhauer Fritz Russ wird mit dem Landesförderungspreis für bildende Kunst des Landes Kärnten ausgezeichnet.
2004 In einer repräsentativen Umfrage unter allen BürgerInnen Gmünds im Rahmen der Lokalen Agenda 21 wird der Bereich Kunst zu den absoluten Stärken der Gemeinde gezählt.
2006 Zuerkennung einer Sonderprämie der Kunstsektion für ein weit über das regionale Umfeld hinausreichendes, qualitätsvolles Kulturprogramm hohen Anspruchs und vorbildliche Vermittlung.
2008 Die Künstlerstadt Gmünd als Best Practice Beispiel für Stadtentwicklung durch kulturelles Engagement anlässlich der Europäischen Raumordnungstagung an der South Bank University of London.
2009 Gmünd als Musterbeispiel für „Stadtentwicklung durch kulturelles Engagement“ bei der Internationalen Kulturmanagementtagung in der Europäischen Kulturhauptstadt Linz vorgestellt.
2010 Die Arbeit der Kulturinitiative Gmünd wird mit dem Kärnten Tourismus Award 2010 – dem größten Tourismuspreis des Landes – für konsequente Kulturarbeit und Imagepflege ausgezeichnet. Der erste DUMONT Führer Kärnten widmet der Künstlerstadt Gmünd ausführliche sechs Seiten. Ihr ist eine der zehn Entdeckungsreisen des Führers gewidmet.
2011 Der Künstlerstadt Gmünd wird mit dem Europäischen Tourismuspreis EDEN AWARD 2011 für professionelle Kulturarbeit und intelligente Marketingmaßnahmen ihres Trägervereines Kulturinitiative Gmünd ausgezeichnet. Gmünd ist damit eine von bisher 98 European Destinations of Excellence.
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ERLEBNISREISE WASSERKRAFT
Im Rahmen der regionsübergreifenden Erlebnisreise WasserKraft 2006/07 hat sich Gmünd zur Gänze als Künstlerstadt eingebracht und sein bisher umfangreichstes Kulturprogramm präsentiert. In zahlreichen aufwändigen Projekten hat man sich bemüht, die Themenverbindung von Wasser und Kunst möglichst umfassend und auf höchstem Niveau herzustellen. Zahlreiche Ausstellungen in dafür eigens neu geöffneten, historischen Gebäuden und Open Air Kunstereignisse im Öffentlichen Raum haben die Stadt gemeinsam mit den von der Kulturinitiative Gmünd schon bisher bespielten und betreuten Häusern und Plätzen zu einer Gesamtbühne der Kunst werden lassen. Als verantwortliche Leiterin für die Projektumsetzung von WasserKraft wurde die Geschäftsführerin der Kulturinitiative Gmünd eingesetzt, die so die Geschicke der Künstlerstadt synergetisch ausbauen konnte. WasserKraft hat der Stadt den bisherigen Höhepunkt in seiner nun 20-jährigen Entwicklung zur Künstlerstadt gebracht, das umfangreiche Projekt konnte ausgeglichen bilanziert und abgeschlossen werden.




















