Galerie in der Alten Burg
Die ehrwürdigen Räumlichkeiten auf der Alten Burg bieten mit dem Gotischen Keller, dem Ritter- und dem Lodronsaal weitere schöne Ausstellungsräume in Gmünd an. Das Programm ist hier, im Unterschied zum Stadtturm und zur Galerie Gmünd, ein Gemischtes. Vor allem heimischen Künstlern und solchen aus Partnerstädten bzw. Partnerkulturvereinen, aber auch Schulen und Behindertenwerkstätten wird hier die Möglichkeit geboten, ihre Arbeiten zu präsentieren. Im Jahr 2010 erlebt die Burg eine Reihe von außergewöhnlichen Ausstellungen, die besonderes Augenmerk verdienen. Zum einen ist es die Abschlussausstellung eines gemeinsamen zweimonatigen Kunstprojektes des Instituts für Kunstinitiativen c/o:K mit der Künstlerstadt Gmünd zum poetischen Thema licht staub unter der maßgeblichen Leitung von Dir. Dr. Peter Assmann, OÖ Landesmuseen, zum anderen die überaus eindrucksvolle Ausstellung zum Thema Baumwollanbau weltweit, das künstlerische Ergebnis einer zweijährigen Recherche weltweit des Fotografen Hans Peter Jost und der Autorin Christina Kleineidam. Die in Gmünd ansässige Künstlerin Birgit Bachmann beschließt dann den Reigen der Ausstellungen 2010 auf der Alten Burg. Die Ausstellungen können täglich während der Restaurantöffnungszeiten des Burgrestaurants besucht werden.
Ausstellungsprogramm 2010
c/o:K KUNSTINITIATIVE
Abschlussveranstaltung des zweimonatigen Kunstprojektes der Kunstinitiative c/o:K in Gmünd zum Thema licht staub
Vernissage: SA, 19. Juni, 19.00 Uhr, zu sehen bis . Juli 2010
BAUMWOLLE WELTWEIT
Ein internationales Dokumentationsprojekt des Fotografen Hans Peter Jost und der Architektin Christina Kleineidam über die Lebensumstände der Baumwollbauern in aller Welt.
Vernissage: FR, 30. Juli, 19.00 Uhr, zu sehen bis 26. September 2010
BIRGIT BACHMANN – Malerei, Gmünd/Kärnten
Vernissage: FR, 16. Oktober, 19.00 Uhr; zu sehen bis 31. Dezember 2009
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c/o:K Institut für Kunstinitiativen
LICHT STAUB
Präsentation der Ergebnisse einer zweimonatige, künstlerischen Gruppenarbeit von c/o:K – Institut für Kunstinitiativen in der Künstlerstadt Gmünd
Vernissage: SA, 19. Juni 2010, zu sehen bis 25. Juli 2010;
Das zweimonatige Kunstprojekt licht staub, an dem KünstlerInnen von c/o:K als auch Gmündner KünstlerInnen mitwirken, wird mit einer Ausstellung auf der Alten Burg Gmünd in Form eines Kunstgespräches mit Symposiumscharakter abgeschlossen. Eine publizistische Dokumentation sowie diverse Begleitmaterialien sind stets Bestandteil dieser künstlerischen Projekte der Gruppe c/o:K.
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COTTON WORLDWIDE – BAUMWOLLE WELTWEIT
Eine Fotoausstellung von Hans Peter Jost mit Reiseberichten von Christina Kleineidam über den weltweiten Baumwollanbau und seine soziokulturellen Hintergründe.
Vernissage: Fr, 30. Juli 2010, 19.00 Uhr, zu sehen bis 26. September 2010
Baumwolle kann uns viele Geschichten erzählen, die von Reichen und Armen handeln, sich mit Geschichte oder Wissenschaft, Politik oder Umwelt beschäftigen. Vor allem aber erzählt Baumwolle eine Geschichte über Globalisierung, denn jede Socke, jedes T-Shirt kann über ein globales Leben berichten. Das typische T-Shirt hat heutzutage mindestens drei Kontinente bereist. Vielleicht ist es auf einer Farm in Westtexas geboren worden, in einer der bedeutendsten Anbauregionen der Welt. Die Baumwolle reiste dann wahrscheinlich nach Asien, wo sie die unersättliche Textilindustrie in Garn, Gewebe und schließlich in Kleidung verwandelte. Der nächste Halt liegt wieder in den reichen Ländern, wo die Nachfrage nach Bekleidung ständig anwächst. Und selbst wenn es ausrangiert wird, setzt sich das globale Leben des T-Shirts fort. Die von uns weggeworfenen Kleidungsstücke tauchen oftmals auf Märkten und in Secondhandshops in Afrika auf, manchmal kommen sie auch nach China zurück, wo sie, in Streifen gerissen, zu Kissen und Teppichen verwebt werden, um dann wieder in unseren Breiten auf den Markt zu gelangen. So wird Baumwolle zu einem Mikrokosmos in unserer immer schneller globalisierten Welt.
(Pietra Rivoli, Vorwort zum Buch Baumwolle weltweit.)
Cotton Worldwide ist das Ergebnis einer dreijährigen Recherche des Schweizer Fotografen Hans Peter Jost und der Autorin Christina Kleineidam in sieben Baumwolle produzierenden Ländern. In diesem Foto- und Buchprojekt geht es um die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen, die in den verschiedenen Bereichen ihrer Wertschöpfungskette arbeiten und die Frage, wie es möglich sein kann, dass ein T-Shirt in unseren Supermärkten für 1,99 € zu haben ist.
Die effiziente und profitable Produktion und Vermarktung von Baumwolle ist nur im Zusammenwirken verschiedener, sehr unterschiedlicher Disziplinen denkbar. Analphabeten auf den Feldern Indiens und Afrikas hängen mit den Genetikern der Firma Monsanto, Bayer oder Dupont zusammen, Großgrundbesitzer in Brasilien mit den Rohöllieferanten Kuwaits, Baumwollhändler in der Schweiz mit kollabierenden Banken in den USA. Dort arbeiten Farmer, Forscher und Funktionäre traditionell eng zusammen – zur Ertrags- und Profitsteigerung zum Besten der amerikanischen Farmer, deren Überproduktion den Weltmarktpreis drückt und das Überleben der Kollegen in den Entwicklungsländern erschwert. Die Subventionen der Industrieländer für ihre Baumwollproduzenten sind seit dem Jahr 2003 Streitpunkt zwischen den Mitgliedsländern der WTO, die Modalitäten ihrer Abschaffung bis zum Jahr 2013 werden in immer neuen Treffen der Doha Runde, bisher erfolglos, verhandelt. Die Situation wird weiter dadurch verkompliziert, dass Baumwolle auch Thema der internationalen Entwicklungspolitik, hier speziell der Frauenförderung, ist.
Befürworter genetisch modifizierter Sorten und biologisch/biodynamischen Landbaus interessieren sich gleichermaßen für die älteste Kulturpflanze, die im Vergleich die meisten chemischen Inputs und das meiste Wasser verbraucht. In oft polemisch geführten Diskussionen geht es um die Endlichkeit des Wassers, der kostbarsten aller Ressourcen, um die Abnahme von Agrarflächen wegen Desertifikation und urbaner Expansion, um den Preis für Rohöl für Kunststoffe, Treibstoff und chemische Inputs. Aus der Komplexität all dieser Beziehungen und der Frage, wie sie in der Realität des weltweiten Baumwollgürtels gelebt werden, leiten sich die Länderauswahl der Autoren mit den Schwerpunktthemen in Indien, Usbekistan, China, Brasilien, den USA, Mali und Tansania ab.
Das Fotobuch Cotton Worldwide erzählt mit 210 s/w Fotos und sieben Reportagen von diesen Beobachtungen. Es ist im September 2009, im UN-Jahr der Naturfaser, im Lars Müller Verlag, Baden, (www.Lars-Mueller-Publishers.com, ISBN978-3-03778-200-2, Deutsch, ISBN 978-3-03778-201-9, Englisch) erschienen. Parallel zur Publikation des Buches ist eine Fotoausstellung konzipert worden. In der Ausstellung werden aus den sieben bereisten Ländern jeweils 8 Fotografien in der Größe 75 x 75 cm zusehen sein, begleitet von Textauszügen aus dem Buch. Die Ausstellung BAUMWOLLE WELTWEIT wird erstmals in Österreich gezeigt.
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BIRGIT BACHMANN – Malerei, Gmünd/Kärnten
Vernissage: FR, 16. Oktober, 19.00 Uhr – zu sehen bis 31. Dezember 2010
Die Osttiroler Künstlerin Birgit Bachmann, die seit vielen Jahren in Gmünd lebt und arbeitet, zeigt neue Arbeiten in ihrer Herbstausstellung auf der Alten Burg. War sie die letzten Jahre vor allem dem Farb-Öl-Holzschnitt zugewandt, ist sie nun wieder zur klassischen Malerei zurückgekehrt. Birgit Bachmanns Vernissage ist ein Höhepunkt der jährlichen Ausstellungsserie in der Künstlerstadt Gmünd.












