Galerie Gmünd
Öffnungszeiten während der Ausstellungen:
täglich von 10.00 – 13.00 Uhr und 15.00 – 18.00 Uhr
Eintritt frei!
Die Galerie Gmünd stellt seit siebzehn Jahren ein Herzstück der Kulturarbeit der Kulturinitiative Gmünd dar. Die Räume der Galerie sind in einem ehemaligen Stallgebäude untergebracht, das von der Volksbank Gmünd entsprechend adaptiert wurde und von der Kulturinitiative kostengünstig angemietet werden konnte. Im Erdgeschoß befinden sich gewölbeüberzogene kleinere Ausstellungsräume, das obere Stockwerk bietet einen zum Dach hin offenen großzügigen, hellen Ausstellungsraum, dessen Natursteinwände an zwei Seiten eine ganz besondere Raumsituation schaffen.
Seit 2011 leitet die junge Kunsthistorikerin und Künstlerin Linda Thalmann die Galerie. Die Galeristin bemüht sich mit ihrem Ausstellungsprogramm um junge zeitgenössische KünstlerInnen, die aufgrund ihrer kritischen Position oft an- oder aufregen und sich zwischen den Gattungsgrenzen zu bewegen verstehen. Konzentriert auf erstmals nur zwei Wechselausstellungen im Sommer, versucht die Galeristin eine stärkere Einbindung des Außenraumes – des zum ehemaligen Stallgebäue gehörigen Hofes – in den Galeriebetrieb durch eigens hierfür konzipierte Arbeiten der ausstellenden KünstlerInnen zu erreichen. Das Programm soll hierdurch noch weiter an die Öffentlichkeit getragen werden und neue BesucherInnen durch die Außeninstallationen auf die Galerieräumlichkeiten aufmerksam gemacht werden. Installationen oder Cross-over-Darbietungen, Malerei, Grafik, Plastik, Multimedia oder konzeptuelle Positionen, alles soll Platz haben, sofern die Arbeiten aktuelle Tendenzen in sich tragen.
2012 bespielen drei sowohl in ihrer künstlerischen Herangehensweise als auch in ihren gewählten Medien sehr unterschiedliche Künstlerinnen die Galerie Gmünd. Den Anfang im Jahr 2012, das auch in der Galerie Gmünd vom Thema „Berg“ geprägt ist, machen Birgit Petri und Martina Schneider, die die Beziehungen des Menschen zu seinem (bergigen) Umraum sowie die zeitlichen Prozesse, die sowohl zur Entstehung als auch zum langsamen Verschwinden der „Entität Berg“ führen, untersuchen. Die zweite Ausstellung der Galerie Gmünd bespielt Korinna Lindinger, die in ihren interaktiven Arbeiten zur menschlich und geographisch besonderen Lage Gmünds im Tal buchstäblich laut Stellung nehmen wird.
Ausstellungsprogramm 2012
BIRGIT PETRI & MARTINA SCHNEIDER
IMMER HIN ANDERS WO
Papierarbeiten und Drucke
Vernissage: 24. Mai 2012, 20.00 Uhr; zu sehen bis 15. Juli 2012.
KORINNA LINDINGER mit Maschen und Kaquadrat
Mechanische Poesien
Digitale Klanginstallationen
Vernissage: FR, 20. Juli 2012, 19.00 Uhr; zu sehen bis 30. September 2012.
MARTINA SCHNEIDER
geboren 1966 in Oberösterreich, lebt und arbeitet in Leonding; Ausbildung zur Herrenschneiderin; Studium an Kunstuniversität Linz, Meisterklasse Textil (Diplomabschluss 2001 bei Marga Persson) und extracurriculäre Weiterbildung im Bereich der Papierherstellung
Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl): Papierarbeiten, Zuckerfabrik Enns; Malereien, Textile Kultur Haslach; Papierarbeiten, VOEST Stahlbau Linz ; Wandteppiche, Texpo-Salzburg; Tritt ein bring Glück herein, Festival der Regionen; Time is on my side, 44er Haus der Stadtgemeinde Leonding; Kulturmodell Passau; Gewebe, Kunstmesse Linz
Ausstellungstitel: IMMER HIN ANDERS WO
Vernissage: 24. Mai 2012, 20.00 Uhr; zu sehen bis 15. Juli 2012.
In der ersten gemeinsamen Ausstellungen der Künstlerinnen Martina Schneider und Birgit Petri finden sich die Besucher im Spannungsfeld zwischen raumfüllenden Installationen und kleinstformatigen, dichtgedrängten Drucken, zwischen luftigen, mit Licht und Struktur spielenden Arbeiten und aus dem Alltag gegriffenen Szenen, die augenscheinlich in fließendem Strich in das Papier getrieben worden sind. Martina Schneider arbeitet in großen Formaten, die sie buchstäblich selbst aus verschiedenen Fasern schöpft, wobei für sie dieser langwierige Arbeitsprozess in vielen Schichten Analogien zur Entstehung und oftmals auch wieder Abtragung der „festen Materie Berg“ hat. Zugleich ändern sich ihre Arbeiten, die frei im Raum schweben, mit dem Lichteinfall und der Eindruck schwankt von bedrohlicher Enge zu lichter Weite, d.h. Eindrücke, die der Mensch auch bei einer Bergbesteigung vom engen Tal in die Höhe der Gipfel sammeln kann.
Den großformatigen, aber dennoch reduzierten Arbeiten Martina Schneiders stellt Birgit Petri ihre Ätzradierung gegenüber. Der Ansatz ihrer Arbeiten ist „alltäglicher“ und „menschlicher“, so interessiert sie sich für die kleinen Szenen und menschlichen Tragödien des täglichen Lebens. In der Kombination von Zeichnung und teilweise einzelnen Wörtern und Textfragmenten schafft Birgit Petri dabei ihre eigene Welt und wird für die Ausstellung in Gmünd ihre eigene „Berg-Welt“ drucken.
BIRGIT PETRI
geboren 1984 in Wels. 2002–2008 Studium der bildenden Kunst an der Kunstuniversität Linz (2008 Diplomabschluss bei Ursula Hübner); lebt in Linz, Wien und dazwischen. Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl): 2010 ARTmART 2010, Künstlerhaus Wien; 2008 New Folks, KUNSTRAUM NOE; MAO. Das Gemeinsame das uns trennt, Landeskulturzentrum Ursulinenhof; 2007 Präsentation OÖ Kunstverein, Kunst.Messe.Linz.2007; 2006 Neue 2006, Oberösterreichischer Kunstverein; 2006 67 K, Oberösterreichischer Kunstverein


KORINNA LINDINGER mit Maschen und Kaquadrat
Vernissage: FR, 20. Juli 2012, 19.00 Uhr; zu sehen bis 30. September 2012.
geboren 1982, lebt in Wien. Kunststudium an der Universität für angewandte Kunst Wien, der Universität für künstlerische Gestaltung Linz bei Herbert Lachmayer und der Universität Istanbul; 2009 Abschluss an der Klasse für Digitale Kunst (Peter Weibel, Virgil Widrich). Ihre künstlerischen Arbeiten wurden mit dem WUK Jahresatelier (2011), dem Salzburger Landespreis für Medienkunst (2009), dem Preis des Otto Prutscher Fonds (2009), dem Alois Mock Förderpreis (2007), dem Fred-Adlmüller Stipendium (2006) und dem Förderstipendium der Universität für angewandte Kunst (2005) ausgezeichnet.
Ausstellungsbeteiligungen seit 2009 (Auswahl):2011 Artbots (Ufo, Gent/Belgien); MAZE (WUK, Wien); FocusOnInside (Schmiede 11, Hallein); Living Rooms – The Art of Mobilizing Belonging(s) (Reumanhof, Wien); Analoge Ansichten (Institut für Soziologie der Universität Wien); 2010 Piksel 10 (Stiftelsen 3,14, Bergen/Norwegen); Schallzeichen (Schmiede10, Hallein); Speculum Artium (Delavski dom, Trbovlje/ Slovenien); 2009 Der Strich im Maßstab (Ausstellungsstr. 53, Wien); Funky Machines (Das weiße Haus, Wien); in the mines of matter (Konzertreihe Neue Musik in der Ruprechtskirche, Wien)
Ausstellungstitel: Mechanische Poesien
Korinna Lindingers Arbeiten sind im weitesten Sinne im Rahmen der digitalen Kunst zur verorten. So interessiert sie sich für die Beschallung von Raum, aber in diesem Zusammenhang auch für den Raum an sich und für die sich in dieser Zone bewegenden und agierenden Menschen und Maschinen, deren Teilnahme erst zu der Gesamtkomposition führen. Die Arbeiten der Künstlerin sind zudem in den meisten Fällen ortsspezifisch und auch für die Galerie Gmünd wird wieder eine eigene Raum-Klanginstallation erstellt, die sich mit den nicht nur menschlichen, sondern auch akustischen Besonderheiten der Tal-Lage der Galerie und des Ortes allgemein auseinandersetzt.












