Fotogalerie Gmünd

Untere Vorstadt, A-9853 Gmünd in Kärnten

Öffnungszeiten während der Ausstellungen: täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr
Auskünfte unter Tel.: 0650 9853171

Eintritt frei!

Die Ausstellungen der Fotogalerie Gmünd stehen auch im Jahr 2012 mit den Arbeiten des bekannten Tiroler Fotografen Gregor Sailer im Zeichen der künstlerischen Gattung „Dokumentarfotografie“. Im Rahmen des zweiten Bergkunstsommers Gmünd zeigt auch die Fotogalerie Gmünd wieder Ausstellungen mit dem Bezug „Berge“.  Gregor Sailer präsentiert seine eindrucksvolle und durchaus kritische Alpenserie Ladiz. Der Kärntner Fotograf Gert Amenitsch begibt sich auf eine fotodokumentarische Reise zu fernen Ufern und Bergen, in die Weiten Islands.

GREGOR SAILER
LADIZ

Die Arbeit LADIZ von Gregor Sailer entstand in den Tiroler Alpen. Sie zeigt Hochgebirgsarchitektur, teilweise reduziert auf einzelne architektonische Elemente, welche dem Menschen ermöglichen, den Berg in immer größerer Höhe zu nutzen. Massive Eingriffe zeigen den enormen Aufwand, der betrieben wird, um den Hochgebirgstourismus und den ihn antreibenden Alpenmythos aufrechtzuerhalten.

LADIZ ist der Name einer Alm, die im Familienbesitz der Sailers gewesen war, bis sie »vor etwa 150 Jahren beim Kartenspiel verzockt« wurde. Die Serie dokumentiert mit fototechnischer Perfektion die Tourismusindustrie in Tirol: Architektur und Technik, um einerseits Menschen ins Hochgebirge zu befördern, sie dort massenhaft zu unterhalten und um andererseits die negativen Folgen dessen in Grenzen zu halten: Liftanlagen und Lawinenverbauungen, Gastronomie und Gletscherabdeckungen.

Aus der Distanz werden die Übergänge von relativ naturbelassenen zu Sport- und »Eventräumen« nachvollziehbar, teilweise verschwimmen sie in den Langzeitbelichtungen. Anders als den aufwendigen alpinen Fotoexpeditionen des 19. Jahrhunderts stehen dem Großformat-Fotografen dazu heute die Transportmittel zur Verfügung, die er dokumentiert. Dementsprechend zeigen seine Bilder von Infrastruktur erschlossene »Erhabenheit«. Besonders eindrucksvoll sind die Nachtaufnahmen aus der Serie, die verdeutlichen, wie mit der nächtlichen »Bespielung« der Berge deren Kapitalisierung weiter ausgereizt wird. Zog man sich früher in der Abenddämmerung von den Gipfeln zurück ins Tal, erstrahlt heute im Kunstlicht jäh eine verfügbare, artifizielle Werbekulisse, die zugleich den Wohlstandsmotor ganzer Regionen darstellt. Auch Sailer verschließt sich nicht den Effekten, die die Kommerzialisierung des mythischen Alpenbildes bieten. Durch die glasklare Luft brechen sich die Lichtkegel der Flutscheinwerfer und lassen archaische Bergwelten wie majestätische Arenen aus dem Dunkel aufglühen. (Stefanie Hoch)

Sailers Arbeit findet international Beachtung. Sie wurde bereits mit dem renommierten “red dot design award” sowie dem Europäischen Architketurfotografie-Preis ausgezeichnet, für den Deutschen Fotobuchpreis nominiert und unter anderem auf der photokina, in New York und in Singapur ausgestellt. Der aktuelle Bildband zur Ausstellung LADIZ ist in der Salzburger Edition Fotohof erschienen.

Vernissage: FR, 4. Mai 2012, 19.00 Uhr, zu sehen täglich von 10 bis 18 Uhr, bis 15. Juli 2012

GERT AMENITSCH
FERNE UFER UND BERGE
ISLAND – SUCHTGEFAHR FÜR LANDSCHAFTSFREAKSSommer 2006: Ein Oberkärntner Fotograf bekommt zum Geburtstag eine Reise geschenkt. Eine Reise in ein Land, das ihm schon länger im Kopf herumspukt. Traumhaft schöne, oft fast unwirklich erscheinende Landschaftsbilder bekannter Fotografen haben sein Interesse geweckt. ISLAND.! Neben schauen und genießen ist es das Ziel, nun die eigenen Eindrücke in Fotografien hoher Qualität mit nach Hause zu bringen. In jüngerer Vergangenheit ist Island durch zwei Ereignisse aufgefallen: 2008 der Staatsbankrott, 2010 der Ausbruch des Eijafjallajökulls, dessen Aschewolke den Luftverkehr in Mitteleuropa wochenlang stilllegte. Zum ersten sagen die Isländer, es war der Schritt zurück zur Normalität – inzwischen ist die Wirtschaft wieder am besten Weg, sich zu erholen. Das zweite Ereignis, der Vulkanausbruch, regt sie nicht besonders auf. Den haben sie, in unterschiedlicher Intensität, alle paar Jahre. Interessierte Beobachter führt die Insel im hohen Norden von Überraschung zu Überraschung: Moosbewachsene Lavaströme, Gletscher die fast bis zum Meer reichen, intensiv grüne Wiesen, fast schwarze Steinwüsten, Geysire, Vogelschwärme, große Flüsse, farbige Ryolitberge, Wasserfälle, Eisberge, die ins Meer abdriften, Papageientaucher und dazu dieses weiche, unbeschreibliche Licht. Bereits auf der Heimreise steht fest, dass das erst der Anfang war. Die Bilder tragen ihren Teil dazu bei.
Sommer 2007: Die zweite Reise ans selbe Ziel. Neue Orte, neue Eindrücke, der „Bazillus“ steckt tief. Die Frage taucht auf: Wie ist es hier wohl zu einer anderen Jahreszeit? Es vergehen einige Jahre, im November 2011 ist es wieder soweit: Aufbruch zur dritten Reise. Die Tage sind kurz, das Wetter wechselt sehr schnell. Doch mit dem Glück zur besten Zeit am rechten Ort zu sein, ergeben sich wieder Eindrücke und Momente, die man nur mit Bildern beschreiben kann. Die Fotografie gibt mir die Möglichkeit, den Zauber eines Augenblicks an einem Ort, mit meinen Gefühlen zu verbinden und festzuhalten.

Vernissage: FR, 20. Juli 2012, 20.00 Uhr, zu sehen täglich von 10 bis 18 Uhr, bis 31. Oktober 2012
Rahmenprogramm: Diavortrag am FR, 14. September 2012, Alte Burg